Universelle Signalsprache – Universal signal language

Schwarz-Gelb ist eine verbreitete Farbkombination bei Tieren um zu signalisieren: „Pass auf, es droht Gefahr“. Solche einfache Signalmuster verstehen offensichtlich verschiedene Tierarten, die ansonsten alle in ihrer eigenen Sprache kommunizieren. Auch wir Menschen verwenden schwarz-gelbe Markierungen um gefährliche Stellen zu markieren, und zwar weltweit. Schwarz-Gelb ist also eine Signalsprache, die universell verstanden wird, von Mensch und Tier.
Manche Tiere täuschen mit schwarz-gelbem Muster eine Gefährlichkeit nur vor, z.B. harmlose Käfer. Man nennt das Mimikry. Aber nicht nur Tiere machen das: auch mein Sohn hängt ein schwarz-gelbes Warnschild vor seine Türe, wenn er seine Ruhe will, obwohl er überhaupt nicht gefährlich ist.

Black-Yellow is a common color combination of animals for signaling: “Pay attention: danger”. Such simple signal patterns are obviously understood across species which otherwise communicate in their own languages. Also humans use black-yellow marks for indicating dangerous locations worldwide. In fact, black-yellow is a signal language which is universally understood, by humans and animals.
Some animals only pretend to be dangerous by displaying black-yellow coloration, e.g. certain harmless beetles. It is called mimicry. But this is not restricted to animals. Also my son tags his room door when he does not want to get disturbed, even though he is not dangerous at all.

Deutsche Wespe2
Deutsche Wespe – German Wasp or Yellowjacket

Salamander_2
Feuersalamander – Fire Salamander

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Unterseite einer Gelbbauchunke – Underside of a Yellow-Bellied Toat

Pinselkäfer
Mimikry: Pinselkäfer – Mimicry: Bee Beetle

Widderbock2
Mimikry: Widderbock – Mimicry: Longhorn Beetle

Fussgängerstreifen
Fussgängerstreifen in Gelderkinden (Schweiz) – Crosswalk in Gelderkinden (Switzerland)

Do not enter
Menschliche Mimikry: Warnschild an der Zimmertür – Human mimicry: danger sign at the room door

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Unkenrufe und Risikostreuung

Unkenrufe und Risikostreuung gibt es schon viel länger als die Finanzwelt überhaupt existiert: In kleinen trüben Gewässern nämlich, wo die Gelbbauchunke lebt und sich vermehrt. Im Gegensatz zu  Grasfrosch und  Erdkröte, die viel grösser und häufiger sind, findet man die Gelbbauchunke in Kleinstgewässern wie Wasserlachen, Pfützen oder wasserfüllten Radspuren, die durch einen lehmigen Boden so trüb sind, dass man trotz flachem Wasser nicht auf den Grund sieht. Statt wie Grasfrosch und Erdkröte einmal im Jahr tausende von Eiern abzulaichen und dann zu hoffen, dass wenigstens ein paar einzelne Kaulquappen überleben (d.h. nicht gefressen werden), macht die Gelbbauchunke das viel geschickter. Sie paart sich von April bis August, also 5 Monate lang. Die Partner finden sich mit Hilfe leiser melodischer Unkenrufe, einem rhythmischen „uuh…uuh…uuh“. Dann legen sie pro Pfütze nur etwa 10-20 Eier, dafür aber in mehrere Pfützen. So streut die Gelbbauchunke das Risiko zeitlich und örtlich. Wenn eine Pfütze eintrocknet, ist nicht der ganze Nachwuchs eines Jahres verloren. Und ist ein Monat besonders trocken, legt sie halt in nächsten Monat ihre Eier, wenn es wieder genug Pfützen gibt. Ausserdem geht die Entwicklung vom Laich zur voll entwickelten Unke viel schneller, als bei Grasfrosch und Erdkröte. Nach wenigen Wochen schon verlassen die Miniunken die Pfützen. Durch diese ausgeklügelte Strategie sichert die Gelbbauchunke ihr Überleben, ohne massenhafte Überproduktion an Laich. Ganz schön clever!

Das Biotop: Radspur mit trübem Wasser

Typisches Biotop

Die Gelbbauchunke, von oben gut getarnt im trüben Wasser

Gelbbauchunke: Von oben gut getarnt im trüben Wasser

Schon die Kaulquappen sind aufmerksam und scheu!

Schon die Kaulquappen sind aufmerksam und scheu

Die Füsschen sind schon zu sehen, bald geht's an Land!

Die Füsschen sind schon zu sehen, bald geht’s an Land!