Vorübergehend kooperativ – Transiently cooperative

Manchmal zeigen scheue oder versteckt lebende Wildtiere ein ungewöhnliches Verhalten. Sie haben gelernt, zwischen gefährlichen und ungefährlichen Situationen zu unterschieden. Dieser Steinmarder liess sich mit Eiern bestechen und toleriert jetzt die Anwesenheit des Menschen, wenn man im Auto sitzt. Vor zwei Tagen hatte er irgendwie besonders Hunger, denn er tauchte schon kurz vor halb Neun Uhr auf, um sich sein tägliches Ei zu holen. So gelang es mir, den Marder aus nächster Nähe zu filmen. Er wusste genau, dass ich im Auto sitze, aber er zeigte sich vorübergehend kooperativ.

Sometimes, shy or reclusive wild animals show abnormal behavior. They learned to distinguish between dangerous and not dangerous situations. By offering eggs this stone marten could be trained to tolerate the presence of humans when sitting in a car. Two days ago, the marten must have been very hungry as it showed up at half past eight in the evening already to catch the daily egg. This way I succeeded to film the marten from a short distance. Despite knowing that I am sitting in the car the marten displayed transiently a cooperative behavior!

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Brüten verkehrt herum – Inverse incubation

Beim Sortieren meiner Urlaubsvideos bin ich stutzig geworden. In der Wüste vor den Toren von Las Vegas hatte ich eine Wildtaube beim Brüten gefilmt. Dort was es aber 114 °F heiss, das sind 47°C. Das ist viel zu heiss für ein Taubenei, das braucht nämlich konstant 38-40°C. Wie kann das funktionieren? Ich bin natürlich nicht der erste Mensch, der sich diese Frage gestellt hat. Amerikanische Biologen haben schon vor 30 Jahren herausgefunden, dass diese Tauben dem Ei durch Draufsitzen Wärme entziehen und ihren Körper durch Hecheln kühlen. Die Taubeneier in der Wüste werden also nicht ausgebrütet, sondern „ausgekühlt“. Die Tauben brüten also verkehrt herum. Faszinierende Natur!

When sorting my holiday videos I got a bit confused about this mourning dove incubating its egg in the desert near Las Vegas. The air temperature was 114°F which is 47°C. That’s surely too hot for a pigeon egg (requiring constantly 38-40°C). How can this work? Of course, I am not the first one raising this question. Three decades ago, American biologists discovered that in desert regions, where eggs can quickly overheat, dove parents rely on transfer of excess heat from egg to adult where it is subsequently dissipated by evaporative cooling (panting). This means „inverse incubation“. Fascinating nature!