Haselnussdiebe – Hazelnut thieves

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Kleine Naturkatastrophen – Little natural disasters

Bei Naturkatastrophen denkt man normalerweise an grosse Ereignisse wie Stürme, Feuer, Überschwemmungen oder Erdbeben. Davon abgesehen hat die Natur in unserer Vorstellung etwas schönes und harmonisches. Wir übersehen dabei allerdings, dass auch schon kleinere, für uns durchaus „normale“ Wetterereignisse für wilde Tiere fatale Folgen haben können. Zum Beispiel können nach einem Platzregen Mauselöcher so schnell mit Wasser volllaufen, dass viele Mäuse in den Fluten ertrinken (Bilder 1 u. 2). Auch tiefe Temperaturen sind gefährlich. Im Mai bringen uns die sog. „Eisheiligen“ oft noch Nachtfrost bescheren. Diese jungen Feldsperlinge sind an Unterkühlung gestorben, da sie schon zu gross waren um noch von den Eltern gewärmt zu werden, selber aber noch kein dichtes Gefieder hatten (Bilder 3 u, 4). Rückblickend war der nasskalte Frühling 2013 wohl eine Zeit voller kleiner Katastrophen für unsere Wildtiere. Man kann nur hoffen, dass das Frühjahr 2014 besser wird.

Apart from natural disasters like storms, fires, floods, and earthquakes, nature appears to be overall beautiful and harmonious. However, we may overlook that there are also smaller weather events, though considered as “normal”, that may be fatal for wildlife. After a cloudburst mouse holes can be flooded and voles are drowned (Pictures 1 and 2). Also low temperature can be dangerous. In May, night frost can still occur (typically on the days of the so called „Ice Saints“). These young tree sparrows died of hypothermia because they were already too tall for getting warmed by their parents and their plumage was not yet fully developed (Pictures 3 and 4). Retrospectively, the cool and wet spring 2013 was certainly full of little natural disasters for wildlife. Let’s hope that spring 2014 will be better.

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Bild 1 – Picture 1

Ertrunkene Maus 1_Kopie
Bild 2 – Picture 2

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Bild 3 – Picture 3

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Bild 4 – Picture 4

Mutter des Waldes – Mother of the Forest

Die Buche ist die wichtigste Baumart des süddeutschen und schweizerischen Juras. Da die Buche viele Eigenschaften besitzt, die für den Waldbestand günstig sind, wird sie auch „Mutter des Waldes“ genannt. Erst im fortgeschrittenen Alter von 50-60 Jahren blüht sie zum ersten Mal und trägt auch dann nur alle 5-8 Jahre reichlich Früchte, die sogenannten Bucheckern (süddeutsch „Buchele“, schweizerisch „Bucheli“). Die Bucheckern werden von vielen Waldtieren als Nahrung genutzt und eignen sich unter anderem auch zur Gewinnung eines guten Speiseöls.

The beech is the most common tree species of the Southern German and Swiss Jura mountains. As the beech possesses many properties which are beneficial to the forest, this tree is called the “Mother of the Forest”. Only when 50-60 years old the beech blossoms the first time; thereafter only every 5-8 years the beech bears a relevant number of fruits, the so-called beechnuts. Beechnuts serve as food for many forest animals and when pressed they deliver an excellent cooking oil.

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Reife Bucheckern am Baum – Mature beechnuts on the tree

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Aufgebrochen: die essbaren Nüsse – Cracked open: the edible nuts

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Konsumenten der Bucheckern: Gelbhalsmäuse – Consumers of beechnuts: yellow-necked mice

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Auch ein Konsument: die Rötelmaus – Another consumer: the bank vole

Hier schädlich, dort niedlich! – Here pest, there cute!

Wenn der Mensch sich anmasst, über die Häufigkeit und Verbreitung einer Tierart zu entscheiden, kann das zu paradoxen Situationen führen. So zum Beispiel bei der Schermaus. Bei uns lebt sie „terrestrisch“ auf Wiesen und Feldern wo sie ähnlich wie der Maulwurf kleine Hügel aufwirft („Grosse Wühlmaus“). Als schlimmer Wurzelfresser wird sie von den Bauern mit speziellen Fallen bekämpft. So eine Falle aus Edelstahl kostet über 50 CHF! Anders in Grossbritannien: Dort lebt sie „semi-aquatisch“, das heisst an und im Wasser („Wasserratte“). Dort ist sie die Säugetierart, die in den letzten Jahrzehnten am rapidesten abgenommen hat (über 95% seit 1960). Jetzt unternehmen Naturschutzorganisationen Anstrengungen, die Art nicht nur zu schützen sondern sie in bestimmten Gebieten mit Spendengeldern wiederanzusiedeln. Wieder nimmt der Mensch Geld in die Hand, um das Vorkommen eine Tierart zu manipulieren. Schädlingsbekämpfung hier, Artenschutzprogramm dort – für die gleiche kleine Maus! Spinnt der Mensch? Vielleicht wäre es manchmal besser, wir würden die Tiere von Anfang an einfach in Ruhe lassen!

If humans arrogate the right to decide about abundance and dispersion of an animal species, this may lead to paradoxical situations. A good example is the water vole. Here, this rodent lives terrestrially in fields and meadows making little hills like moles (“big vole”). Because of their voracious root-feeding farmers hate them and kill them with special traps. Such a trap of stainless steel costs more than 50 Swiss francs! Different is the situation in the UK. There, this animal lives semi-aquatically, i.e. in or close to water habitats (“water rat”). The water vole is the UK’s fastest declining mammal during last decades (more than 95% decline since 1960). Now conservation organizations are making efforts to protect the water vole and its habitats from further destruction. Attempts are under way to reintroduce this species in some areas supported by monetary donations. Pest control here, species conservation there – for the same little rodent! Are we crazy? Sometimes it may be better to allow wild animals live their own way.

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Schädlingsbekämpfung in der Schweiz – Pest control in Switzerland

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Junge Schermaus in einer Falle getötet – Young water vole killed by a trap

Water Vole
Werbung für ein niedliches Tier in London – Advertisement for a cute animal in London

Nachtexkursion zu den Mäusen – Night excursion to the mice

Gestern habe ich mit einem Freund eine Nachtexkursion gemacht. Unser Ziel waren Gelbhalsmäuse, die wir im Licht eines Scheinwerfers filmen wollten. Das ist uns auch gelungen (hier ein paar Standbilder) aber leider nur kurz. Zornige Zeitgenossen – wir nehmen an es waren Jäger – hatten etwas gegen Scheinwerferlicht in ihrem Wald. Sie sind laut schreiend und fluchend auf uns zugekommen, so dass wir die Beobachtung abbrechen mussten. Oder anders ausgedrückt: weil wir uns von ihnen bedrogt fühlten, wir sind ihnen rechtzeitig aus dem Weg gegangen. Komische Menschen gibt es!

Yesterday, I went with a friend on a night excursion. Our aim was to film yellow-neck mice by use of spotlight. We succeeded (here a few still images), but only for a short while. There were angry people – probably hunters – who had something against spotlight in their hunting ground. They approached us screaming and swearing so that we had to stop it, or, to be more precise: as we felt threatened we fled. Strange people!