Hübscher Nachmieter – Pretty new tenant

Bei uns im Wald steht eine hohle Eiche, in der jahrelang ein Waldkauz wohnte. Doch im Oktober vor zwei Jahren war er plötzlich verschwunden. Viele im Dorf kannten den Kauz, aber niemand weiss, was passiert ist. Vielleicht war er schon alt und er ist einen natürlichen Tod gestorben. Erfreulicherweise ist erst kürzlich wieder ein Waldkauz eingezogen, mit rotbraunem Gefieder, ein besonders hübscher Vogel!

Here in the forest in hollow oak lived a Tawny owl for years. Suddenly, two years ago in October the owl was missing. Many villagers did know the owl, but nobody had an idea what may have happened. Maybe the owl was just old and died a natural death. Excitingly, a new Tawny owl occupied the hollow tree recently. It is a very pretty bird with reddish-brown plumage.

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In bester Erinnerung: Der alte Kauz – In best memory: The old owl

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Hübscher Nachmieter – Pretty new tenant

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Vorübergehend kooperativ – Transiently cooperative

Manchmal zeigen scheue oder versteckt lebende Wildtiere ein ungewöhnliches Verhalten. Sie haben gelernt, zwischen gefährlichen und ungefährlichen Situationen zu unterschieden. Dieser Steinmarder liess sich mit Eiern bestechen und toleriert jetzt die Anwesenheit des Menschen, wenn man im Auto sitzt. Vor zwei Tagen hatte er irgendwie besonders Hunger, denn er tauchte schon kurz vor halb Neun Uhr auf, um sich sein tägliches Ei zu holen. So gelang es mir, den Marder aus nächster Nähe zu filmen. Er wusste genau, dass ich im Auto sitze, aber er zeigte sich vorübergehend kooperativ.

Sometimes, shy or reclusive wild animals show abnormal behavior. They learned to distinguish between dangerous and not dangerous situations. By offering eggs this stone marten could be trained to tolerate the presence of humans when sitting in a car. Two days ago, the marten must have been very hungry as it showed up at half past eight in the evening already to catch the daily egg. This way I succeeded to film the marten from a short distance. Despite knowing that I am sitting in the car the marten displayed transiently a cooperative behavior!

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Familientreffen – Family gathering

In alten Tierbüchern wird der Dachs fälschlicherweise als mürrischer Einzelgänger beschrieben. Heute weiss man, dass Dachse sehr soziale Tiere sind. An einem Dachsbau hier in der Nähe lebt seit einigen Monaten eine Dachsfamilie mit nur einem Kind. Neulich staunte ich nicht schlecht, als nach und nach 9 Dachse aus dem Bau kamen: 5 Kinder und 4 Erwachsene. Offensichtlich war eine andere Familie zu Besuch und ist über Tag geblieben. (Leider war es schon sehr dunkel, darum sind die Bilder nicht besonders gut, haben eher Erinnerungswert für mich).

In old animal books the badger is described as a grumpy loner. This is wrong since badgers are pretty social animals. In a badger’s burrow nearby lives since several months a badger family with one cub only. Recently, I was quite surprised to see nine badgers leaving the burrow: 5 juvenile and 4 adults. Obviously, another family was on a visit and stayed during the day. (Unfortunately, the light has already been low. Therefore, the picture quality is poor, rather of value for my personal memory).

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Hier schädlich, dort niedlich! – Here pest, there cute!

Wenn der Mensch sich anmasst, über die Häufigkeit und Verbreitung einer Tierart zu entscheiden, kann das zu paradoxen Situationen führen. So zum Beispiel bei der Schermaus. Bei uns lebt sie „terrestrisch“ auf Wiesen und Feldern wo sie ähnlich wie der Maulwurf kleine Hügel aufwirft („Grosse Wühlmaus“). Als schlimmer Wurzelfresser wird sie von den Bauern mit speziellen Fallen bekämpft. So eine Falle aus Edelstahl kostet über 50 CHF! Anders in Grossbritannien: Dort lebt sie „semi-aquatisch“, das heisst an und im Wasser („Wasserratte“). Dort ist sie die Säugetierart, die in den letzten Jahrzehnten am rapidesten abgenommen hat (über 95% seit 1960). Jetzt unternehmen Naturschutzorganisationen Anstrengungen, die Art nicht nur zu schützen sondern sie in bestimmten Gebieten mit Spendengeldern wiederanzusiedeln. Wieder nimmt der Mensch Geld in die Hand, um das Vorkommen eine Tierart zu manipulieren. Schädlingsbekämpfung hier, Artenschutzprogramm dort – für die gleiche kleine Maus! Spinnt der Mensch? Vielleicht wäre es manchmal besser, wir würden die Tiere von Anfang an einfach in Ruhe lassen!

If humans arrogate the right to decide about abundance and dispersion of an animal species, this may lead to paradoxical situations. A good example is the water vole. Here, this rodent lives terrestrially in fields and meadows making little hills like moles (“big vole”). Because of their voracious root-feeding farmers hate them and kill them with special traps. Such a trap of stainless steel costs more than 50 Swiss francs! Different is the situation in the UK. There, this animal lives semi-aquatically, i.e. in or close to water habitats (“water rat”). The water vole is the UK’s fastest declining mammal during last decades (more than 95% decline since 1960). Now conservation organizations are making efforts to protect the water vole and its habitats from further destruction. Attempts are under way to reintroduce this species in some areas supported by monetary donations. Pest control here, species conservation there – for the same little rodent! Are we crazy? Sometimes it may be better to allow wild animals live their own way.

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Schädlingsbekämpfung in der Schweiz – Pest control in Switzerland

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Junge Schermaus in einer Falle getötet – Young water vole killed by a trap

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Werbung für ein niedliches Tier in London – Advertisement for a cute animal in London