Die unglaubliche Geschichte von meiner Mutter und dem Marder – The unbelievable story of my mother and the marten

Oma Marder

Das ist eine meiner Lieblingsgeschichten, deren Anfang unglaublich lange zurück liegt. Ich war noch jung, hatte gerade mit dem Fotografieren angefangen, und hatte mir fest in den Kopf gesetzt einen Steinmarder zu fotografieren. Weil aber Marder nachtaktiv und sehr scheu sind, arbeitete ich mit einer an Ort und Stelle fest installierten Kamera, kombiniert mit einem selbstgebastelten Blitz. Ich lockte den Marder mit Hühnereinern, seiner Lieblingsspeise, an den Ort, wo ich die Kamera installiert hatte. Meistens war es jedoch meine Mutter, die jeden Tag ein Ei in den Wald brachte und an die Stelle legte, wo wir den Marder anköderten. Auf diese Weise gelang es mir tatsächlich, einige Bilder von einem Steinmarder zu schiessen. Das war im Sommer 1982. So weit so gut, diese Geschichte wäre nichts Besonderes, wenn sie nicht eine Fortsetzung hätte: Meine Mutter hat nämlich, nachdem ich von zuhause ausgezogen war, den Marder weitergefüttert und zwar bis zum heutigen Tag! Mehr als 30 Jahren lang! Unglaublich! Wieso hat sie das gemacht? Hatte sie gehofft, dass ich irgendwann zurückkommen würde um den Marder nochmals zu fotografieren? Nein, sie brachte es einfach nicht übers Herz den Marder zu enttäuschen, wenn er angesprungen kommt um sein tägliches Ei zu holen. Ursprünglich dachte sie, diese Geschichte würde von selbst aufhören, spätestens wenn der Marder stirbt. Aber die Geschichte endete nie. Es müssen Generationen von Steinmardern gewesen sein, die jeden Tag ein Ei bekommen haben. Hochgerechnet mehr als 10‘000 Eier! Und sie machte es sehr gewissenhaft: Wenn sie es nicht selbst erledigen konnte (z.B. aus gesundheitlichen Gründen oder wegen zu hohem Schnee), delegierte sie diesen Job an meine Schwester, die in der Nähe wohnt. In den nächsten Tagen wird meine Mutter 80 Jahre alt! Dieser Eintrag ist meiner Mutter gewidmet, der treuesten Seele und grössten Tierfreundin die ich kenne! Danke Mama!

This one is one of my favorite stories starting in the very early days of my photographer’s career. I was young and obsessed with the idea of taking pictures of a stone marten. Because of its nocturnal activity and shyness, I worked with a locally installed camera combined with a self-made flash. The marten had to be lured by chicken eggs, its favorite food. Mostly, it was my mother who brought the egg to the point in the forest where we accustomed the marten to getting fed every day. This way I really succeeded in taking pictures of the marten. This was in the summer of 1982. So far so good, there would be nothing special with this story without following extension: after I had left home to live my own life, my mother continued feeding the marten until today! For more than 30 years! Unbelievable! Why did she so? Did she expect that I would return for taking pictures, some day? No, she just did not have the heart to disappoint the marten when it comes looking for its daily egg. Originally, she thought the story would come to an end once the marten dies. But the story ended never. There must have been generations of stone marten getting an egg every day. Overall more than 10’000 eggs! And she took it seriously: When she was unable to do it by herself (e.g. due to illness or high snow), she delegated this job to my sister who lives nearby. These days my mother is getting 80 years old! This post is dedicated to her, the most faithful soul and the greatest animal lover I have ever known! Thank you, mom!

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