Gutes Neues Jahr – Happy New Year

Ich möchte mich bei allen ganz herzlich bedanken, die regelmässig oder auch nur ab und zu Interesse an meinen Bildern und Texten hatten. Ich freue mich jedes Mal riesig über ein „Liked“ oder sogar einen Kommentar. Ein Blog ohne Besucher ist tot. Ich wünsche allen einen guten Rutsch und alles Gute für 2013! Euer Thomas

I would like to express my thanks to all showing regular or sporadic interest in my pictures and my texts. I am always happy about a „Liked“ and even more about a short comment. A blog without active visitors is dead. I wish all visitors of my blog the best possible start to the New Year 2013. Yours sincerely Thomas

Silent Night
Unser Nachbardorf in winternächtlicher Stille – Our neighbouring village in peace of a winter’s night.

Weihnachten im Silberwald – Christmas in the Silver Forest

Die wärmsten Weihnachten aller Zeiten in Deutschland! Anstatt Schnee und Frost gab es nur Regen und Sturm. Was kann man da als Naturfotograf nur machen? Den ganzen Tag nur herumsitzen und essen ging mir langsam auf den Geist. Also flüchtete ich in den Wald. Es war wohl eine unsichtbare gute Fee, die mich zu einer Stelle hingeführt hat, wo der ganze Waldboden von Silberblättern übersät war. Ihre silbernen Fruchtstände brauchen keinen Frost um zu glänzen. Sogar in dunklen, depressiven Wintertagen sehen sie aus wie Superstars. Das schlechte Licht erforderte eine lange Belichtungszeit was zu unscharfen, aber zauberhaften Bildern wie aus einer anderen Welt führte.

The warmest Christmas ever in Germany! Instead of snow and frost there has been rain and storm, only. What remained to do for an outdoor photographer at the end? I got bored of sitting and eating all day long Therefore I escaped and went into the woods. An invisible good fairy must have guided me to a place where the forest floor was covered by hundreds of Perennial Honesties. Their silver seed heads do not need a thick coating of frost to make them sparkle. Even on dark, depressing winter days, they look like superstars. Low light required long exposure time resulting in fuzzy but magical pictures suggestive of a fairy world.

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Die Geschichte vom vollkommen unvollkommenen Bild – The story of the perfectly imperfect picture

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Kürzlich habe ich mich getraut, mich bei einer Fotocommunity zur registrieren, dort wo die Profis ihre Werke zeigen um sich anschliessend gegenseitig zu kritisieren. Das erste Bild, das ich hochgeladen habe, war der Fuchs im Schnee (den ich am 17. Dezember als „Mein Lieblingstier“ auf diesem Blog gepostet habe). Als Neuling erntete ich ein wohlwollendes Schulterklopfen. Wenn ich durch die Bildergalerien der anderen Fotografen surfe, sehe ich all diese perfekten postkarten-ähnlichen Bilder, mit Photoshop bis zur äussersten Perfektion optimiert. Aber je mehr ich mir das anschaue, desto weniger gefällt es mir. Das ist nicht meine Welt der Fotografie. Ich bin eher ein Reporter der Wildnis, kein Fotokünstler. Also beschloss ich, etwas ganz anders hochzuladen. Wieder einen Fuchs im Schnee, aber ein vollkommen unvollkommenes Bild: Unscharf und rauschend, die Umrisse des Fuchses verschwommen. Aber es ist eines meiner absoluten Lieblingsbilder von Füchsen, weil es mich an einen emotionalen Augenblick erinnert. Ich war stundenlang in der Kälte gesessen, als dieser Fuchs nur wenige Meter vor mir vorbeirannte. Die Mitglieder der Fotocommunity fanden das gar nicht toll. Die freundlichste Reaktion war gar kein Kommentar. Was war geschehen. Klar, Sie verbinden nicht diese Emotionen mit dem Bild, wie ich sie habe. Für sie ist es wie Urlaubsbilder anschauen, langweilig wenn man selbst nicht dabei war. Sie sehen nur die fotografische Qualität des Bildes, die zugegebenermassen nicht gut ist. Was schliesse ich daraus: Uns gefällt, was positive Gefühle in uns hervorruft. Wir finden etwas schön weil wir es lieben, nicht umgekehrt. Tierbilder in Postkartenqualität sind wie Models auf dem Laufsteg: schön anzusehen, aber emotional steril, austauschbar, daher billig-kitschig. Unsere Gefühle entscheiden, was uns wirklich gefällt und was wir lieben. Meine vollkommen unvollkommenen Bilder werden mir auch weiterhin gefallen, da bin ich mir sicher.

Frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr

Thomas

Recently I dared to register for a fotocommunity, where professionals are sharing their pictures for subsequent mutual criticism. The first picture I uploaded was the fox in the snow (see “My favorite animal” posted on this blog on December 17). As a newcomer I earned a complaisant slap on the back. When surfing through the galleries of the other photographers, I see all these perfect postcard-like pictures, optimized with Photoshop to the ultimate perfection. However, the more I see the less I like them. This is not my world of photography. I understand myself as a reporter of the wilderness rather than a photo artist. So I decided to upload something quite different. Again a fox in the snow, but a perfectly imperfect picture: a fuzzy and noisy image, the shape of the fox with blurry edges. But it is one of my favorite fox pictures ever, because it recalls an emotional moment. I had been sitting for hours in the coldness when this fox rushed along just a few meters in front of me. The members of the fotocommunity did not like it at all. The friendliest reaction was no comment. What happened? Of course, they do not feel the emotions I have. For them it is like watching holiday pictures of others, which is boring if you haven’t been there. They can only rate the quality of the picture which is poor, admittedly. My conclusion is that we like what causes positive emotions; we see beauty because we love something or someone, not the other way around. Picture postcards of animals are like pictures of models on the catwalk: nice to look at but emotionally sterile, exchangeable, therefore trashy! Our emotions decide about what we really like and love. For sure, I will continue to like my perfectly imperfect pictures.

Merry Christmas and a happy New Year

Thomas

Iltis, der Heimlichtuer – Polecat, the secretive animal

Der Iltis gehört zu den einheimischen Tieren, die am schwierigsten zu beobachten sind. Wenn man nicht gelegentlich überfahrene Exemplare am Strassenrand finden würde, wüsste man wahrscheinlich gar nichts von ihrer Existenz. Obwohl ich ja viel bei Dämmerung und Nacht unterwegs bin, kann ich die zufälligen Begegnungen mit einem Iltis an einer Hand abzählen. Letzte Wochen hatten wir Iltisspuren im Schnee bei den Häusern am Ortsrand entdeckt. Wir haben uns die Kälte zu Nutze gemacht und den Iltis mit Fleischresten angelockt. Als er das Fleisch regelmässig holte, haben wir ihn auch noch an das Licht eines Scheinwerfers gewöhnt. Gestern ist es mir gelungen den Iltis durchs Fenster filmen.

The polecat is an indigenous animal which is most difficult to observe. Without the incidental traffic victims on the road the occurrence of this species would be easily overlooked. Although I am often on excursion in the twilight hours or at night, I can count the chance observation of a polecat on one hand. Last week we detected tracks of a polecat at the edge of the village. As it is currently pretty cold, we baited the polecat with meat and accustomed it to spotlight. Yesterday, I succeeded to film the muskrat through the closed window.

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